Die Autorin

Es war einmal – so beginnen alle Märchen und Geschichten –
ein kleines hübsches Mädchen mit schönen kastanienbraunen
Locken, großen braunen Augen und einer lustigen Stupsnase.
Die Kleine war in Wien geboren und die strenge
Familientradition erforderte es, in späteren Jahren einmal Lehrerin zu werden,
denn sie stammte aus einer Pädagogen-Dynastie und die Erwartungen ihrer Familie
waren hoch!
Das kleine Mädchen war etwas schüchtern, gern alleine und
sehr fantasievoll in Gestaltung ihrer Spiele und Ausschmücken ihres
Zimmerchens. Die Kleine war auch eine gute Schülerin, bei den Lehrkräften
beliebt, hatte viele Freundinnen, die sie insgeheim beneideten.
Jahre später –
entgegen den Wünschen ihrer strengen Eltern – absolvierte sie eine perfekte,
kaufmännische Ausbildung an der Handelsakademie in Wien und stürzte sich mit
viel Elan und Fleiß, mit erstklassigen Zeugnissen bestückt, in das
verantwortungsvolle Berufsleben der bunten Privatwirtschaft.
In der Zwischenzeit war die kleine Wienerin zu einer jungen
ansehnlichen Frau herangereift, und als sie dann ihren hübschen Märchenprinzen
gefunden hatte, zog die einst kleine Schüchterne mit ihrem Mann, einem
norddeutschen Jungen, an die dänische Grenze.

Das war das malerische Zuhause des Märchenprinzen und er tat
alles für seine Prinzessin, um sie glücklich zu sehen.
Sie war wieder in einem großen Unternehmen als rechte Hand
eines anspruchsvollen Direktors lange Zeit tätig, aber insgeheim hatte sie
immer noch ein wenig Heimweh nach ihrer wunderschönen Weltstadt Wien, ihrer
Heimatstadt.
Nachdem die junge Frau sehr tierlieb war, hatte sie in
mehreren Zeitabständen Hund, Katze, Vögel und später Pferde, die sie
über alles liebte. Ihr Dressur- und Freizeitpferd machte ihr besonders viel
Freude und war gleichzeitig Kindersatz für sie.
In späteren Jahren allerdings musste sie schweren Herzens
den Reitsport aus gesundheitlichen Gründen aufgeben, und nachdem sie nur noch
für ihren Mann tätig war, entschloss sie sich zu einem neuen Hobby, einer
großen Herausforderung.
Ihr Hobby war nunmehr kein körperlicher sondern geistiger
Sport, das Märchen-Schreiben.
Jetzt, als reiferes Mädl hatte sie diese Leidenschaft
gepackt, aber ein wenig verwundert musste sie feststellen, dass ihre Märchen
eigentlich keine waren.
Es sind Erzählungen entstanden, die vielseitige Missstände
in der Gesellschaft in Märchenform kritisieren. Also doch noch pädagogische
Ambitionen in reiferen Jahren? Vielleicht!
So ist auf Empfehlung einer lieben Freundin aus Wien über
einen kleinen aber feinen Verlag in liebevoller Kleinarbeit und mit großer
Liebe zum Detail in Wort und Bild dieses Märchenbuch entstanden, welches zum
Schmunzeln wie auch zum Nachdenken anregen soll und den grauen Alltag
vielleicht hie und da ein wenig vergessen lässt.
Das ist es, liebe Leser, was ich euch über mich erzählen
wollte ...
Vera Maria Lafrenz